Nuclear Uncanny 2017/18

Ausstellung: yet incomputable. Indetermination Principles in the Age
of Hypervisibility and Algorithmic Control.
Sammlung Falckenberg – Deichtorhallen Hamburg

Eva Castringius beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Abbildbarkeit von Radioaktivität, ihrer räumlichen Organisation und kulturellen Konstruktion in Bezug auf das ehemalige Nuklearwaffentestareal
Trinity Site im US-Bundestaat New Mexico. Den Ausgangspunkt bildet das fotografische Dokumentationsmaterial des weltweit ersten Atombombentests Trinity im Jahre 1945. Dieses Material erlaubt ihr die Untersuchung der indexikalischen Einschreibungen durch die atomare Zerstörung.

Die ausgestellten Werke sind Teil der Serie Nuclear Uncanny. Castringius bezieht sich hiermit auf das Bedrohliche, das vom Nuklearen ausgeht, einschließlich der Angst vor radioaktiver Kontamination.

In PARAsite findet eine zwischen analogen und digitalen Mitteln angesiedelte Suchbewegung statt, in der sich die Künstlerin als Teil ihrer Untersuchungsanordnung versteht. Das Video beinhaltet beispielsweise die Reflektion des fotografischen Materials von dem Test der Atombombe und verweist auf die verheerenden Folgen des Abwurfs auf Japan, mit dem der Kampf um die nukleare Weltvorherrschaft entbrannte.

In der Arbeit Nuclear Echo Chamber nimmt die Künstlerin Bezug auf den historischen Kamerabunker des Trinity Geländes, von dem aus die Bilder der Explosion aufgenommen wurden.

Die Truhe mit den Radioactive Residues ist einem geschützten Bereich nachempfunden, der sich direkt im eingezäunten Besuchergelände des Ground Zeros befindet, und den “Originalzustand” des Bodens für Forschungszwecke bewahrt, inklusive großer Mengen an Trinitit, einem glasartig grünen Material, das durch die Hitze der Explosion erzeugt wurde.